Website mit KI erstellen: Was du vor dem Veröffentlichen prüfen solltest

Du beschreibst deine Geschäftsidee, wählst einen Stil und erhältst kurz darauf einen ersten Website-Entwurf. Mit künstlicher Intelligenz lassen sich Seitenstrukturen, Texte und Bilder in kurzer Zeit erstellen. Gerade für Selbstständige, Vereine und kleine Unternehmen kann das den Einstieg erleichtern.

Doch zwischen einer überzeugenden Vorschau und einer Website, die im Alltag funktioniert, liegen einige wichtige Schritte. Stimmen die Informationen? Kommen Kontaktanfragen an? Können Besucher deine Website auf dem Smartphone problemlos bedienen?

Bevor du auf «Veröffentlichen» klickst, lohnt sich ein genauer Check.

Erklärt deine Website sofort, was du anbietest?

KI-generierte Startseiten sehen häufig bereits auf den ersten Blick professionell aus. Die Texte bleiben jedoch manchmal so allgemein, dass sie zu fast jedem Unternehmen passen könnten.

«Wir bieten innovative Lösungen für deinen Erfolg» sagt wenig darüber aus, was Besucher bei dir bekommen. «Wir planen und gestalten pflegeleichte Gärten in Winterthur» ist deutlich konkreter.

Prüfe deshalb den ersten sichtbaren Bereich deiner Startseite. Er sollte verständlich machen, was du anbietest, für wen dein Angebot gedacht ist und welchen nächsten Schritt Besucher machen können.

Bitte eine Person, die dein Unternehmen noch nicht kennt, die Seite kurz anzusehen. Kann sie anschliessend dein Angebot erklären? Falls nicht, solltest du die Überschrift und den Einstieg überarbeiten.

Kontrolliere die Fakten hinter den schönen Formulierungen

Eine KI kennt dein Unternehmen nur so gut wie die Informationen, die du ihr gibst. Fehlende Angaben kann sie durch plausibel klingende Aussagen ergänzen.

Dadurch stehen plötzlich zehn Jahre Erfahrung, bestimmte Zertifizierungen oder ein Support rund um die Uhr auf deiner Website, obwohl du das nie angegeben hast.

Lies deshalb jeden Text vollständig durch. Kontrolliere besonders Leistungsbeschreibungen, Preise, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Aussagen über Verfügbarkeit oder Garantien. Auch Bewertungen und Referenzprojekte dürfen nur erscheinen, wenn sie tatsächlich existieren und verwendet werden dürfen.

Für die Auffindbarkeit zählt ebenfalls die Qualität: Google empfiehlt bei KI-generierten Inhalten ausdrücklich, auf Richtigkeit, Relevanz und einen echten Nutzen für Leser zu achten.

Gib deinen Texten eine eigene Stimme

Fachlich korrekte Texte können trotzdem austauschbar wirken. Wenn jeder Absatz von «massgeschneiderten Lösungen» und «höchster Qualität» spricht, erfahren Besucher wenig über deine Arbeit.

Ergänze konkrete Informationen: Wie läuft eine Anfrage ab? Welche Fragen stellen Kunden häufig? Was ist in deiner Leistung enthalten? Was sollten Interessierte vor dem ersten Gespräch vorbereiten?

Ein kurzes Beispiel aus deinem Arbeitsalltag vermittelt oft mehr als mehrere Absätze mit allgemeinen Versprechen.

Achte zudem auf eine einheitliche Schweizer Schreibweise. Verwende «ss» statt «ß», passende Begriffe wie «Offerte» und eine durchgängige Ansprache. Ein Wechsel zwischen «du» und «Sie» wirkt schnell wie ein unfertiger Entwurf.

Teste die mobile Ansicht mit echten Inhalten

Eine Website kann auf einem grossen Bildschirm überzeugend aussehen und auf dem Smartphone mühsam zu bedienen sein.

Öffne deshalb die fertigen Seiten auf deinem eigenen Handy. Prüfe, ob Überschriften vollständig sichtbar sind, Bilder sinnvoll zugeschnitten werden und Schaltflächen genügend Platz haben. Lässt sich das Menü leicht öffnen und wieder schliessen? Verdeckt ein Banner wichtige Inhalte?

Besonders Kontaktformulare verdienen Aufmerksamkeit. Wenn Besucher ständig hineinzoomen müssen oder Fehlermeldungen kaum erkennen, wird aus einer einfachen Anfrage schnell eine Geduldsprobe.

Teste dabei deine tatsächlichen Texte und Bilder. Eine Vorlage mit kurzen Platzhaltertexten sagt wenig darüber aus, wie die fertige Seite funktioniert.

Klicke jeden wichtigen Weg selbst durch

Ein Button mit der Aufschrift «Offerte anfragen» ist schnell erstellt. Ob er zum richtigen Formular führt und die Anfrage ankommt, musst du ausprobieren.

Gehe die Website wie ein neuer Besucher durch: von der Startseite zur Leistung, von dort zur Kontaktaufnahme und schliesslich zur Bestätigung.

Sende eine Testanfrage ab und kontrolliere den Eingang im vorgesehenen Postfach. Prüfe auch, was bei einer ungültigen E-Mail-Adresse oder einem leeren Pflichtfeld passiert. Besucher sollten verständlich erfahren, was sie korrigieren müssen.

Kontrolliere ausserdem Telefonnummern, E-Mail-Links, Downloads und Verknüpfungen zu sozialen Profilen. Entferne Buttons, die noch auf leere Seiten oder Vorschauadressen führen.

Prüfe Bilder, Lesbarkeit und Zugänglichkeit

KI-Bilder können deiner Website einen eigenen Stil geben. Sie sollten jedoch keine falschen Erwartungen wecken. Ein künstlich erzeugtes Teamfoto eignet sich beispielsweise nicht dazu, deine tatsächlichen Mitarbeitenden vorzustellen.

Kontrolliere Bilder auf fehlerhafte Details und prüfe die Nutzungsbedingungen der verwendeten Werkzeuge und Bildquellen.

Achte auch darauf, dass Texte gut lesbar bleiben. Helle Schrift auf hellem Hintergrund oder Text direkt über einem unruhigen Bild erschweren die Nutzung.

Teste, ob du Menüs, Links und Formulare mit der Tastatur erreichen kannst und dabei erkennst, welches Element gerade ausgewählt ist. Aussagekräftige Bilder brauchen passende Alternativtexte; Formularfelder benötigen verständliche Beschriftungen. Solche Prüfungen sind ein guter Einstieg, ersetzen aber keine vollständige Prüfung der Barrierefreiheit.

Kläre, wo deine Website betrieben wird

Nicht jeder KI-Website-Generator funktioniert gleich. Bei manchen Angeboten ist das Hosting Bestandteil der Plattform. Andere liefern Dateien oder eine Website, für deren Betrieb du selbst eine passende Umgebung wählen musst.

Je nach Projekt begegnen dir dabei unterschiedliche Begriffe:

  • Schweiz webhosting: Wer nach diesem Begriff sucht, möchte häufig eine Website bei einem Anbieter mit Hosting in der Schweiz betreiben. Prüfe den tatsächlichen Serverstandort und die enthaltenen Leistungen.
  • webhosting: Speicherplatz und technische Ressourcen für den Betrieb deiner Website. Achte darauf, dass das Angebot zu deinem verwendeten System passt.
  • cpanel hosting: Webhosting mit der Verwaltungsoberfläche cPanel, über die sich je nach Paket beispielsweise Dateien, Datenbanken und E-Mail-Konten verwalten lassen.
  • cloud vps: Ein virtueller Server mit eigenen Ressourcen und mehr Konfigurationsmöglichkeiten. Prüfe, welche Administrationsaufgaben du selbst übernehmen musst.
  • email hosting: Ein Dienst für E-Mail-Postfächer unter deiner eigenen Domain. Kläre, ob er enthalten ist oder separat bestellt werden muss.
  • domains: Die Internetadressen deines Projekts. Prüfe Registrierung, Verlängerung und die Verbindung mit deiner Website.

Frage vor der Entscheidung auch, ob du deine Website exportieren und später zu einem anderen Anbieter umziehen kannst.

Kontrolliere Ladezeit und Suchmaschinen-Einstellungen

Grosse Bilder, automatisch startende Videos und zahlreiche Animationen können eine Seite unnötig schwer machen. Öffne deine Website deshalb auch über eine mobile Datenverbindung. Werden die wichtigsten Inhalte zügig sichtbar?

Verkleinere überdimensionierte Bilder und entferne Effekte, die keinen erkennbaren Nutzen haben.

Prüfe anschliessend die Grundlagen für Suchmaschinen: Jede wichtige Seite sollte einen passenden Seitentitel, eine individuelle Meta-Beschreibung und eine verständliche Hauptüberschrift haben. Verwende aussagekräftige URLs und verlinke zusammengehörende Inhalte.

Kontrolliere beim Wechsel von der Vorschau zur öffentlichen Website besonders, ob wichtige Seiten versehentlich noch auf «noindex» stehen oder für Suchmaschinen blockiert sind. Google nennt solche Einstellungen ausdrücklich als mögliche Hindernisse für die Auffindbarkeit.

Plane schon vor dem Start die Pflege

Überlege vor der Veröffentlichung, wer später Texte aktualisiert, Anfragen bearbeitet und technische Probleme löst. Kläre auch, welche Sicherungs- und Wiederherstellungsmöglichkeiten deine Plattform oder dein Hosting bietet.

Speichere einen funktionierenden Stand und teste nach der Veröffentlichung nochmals die wichtigsten Seiten und Formulare unter deiner eigenen Domain.

Eine KI kann dir viel Arbeit beim Erstellen abnehmen. Ob deine Website dein Angebot richtig erklärt und Besuchern die Kontaktaufnahme leicht macht, zeigt sich jedoch erst beim sorgfältigen Prüfen. Genau dafür lohnt es sich, vor dem Start Zeit einzuplanen.